Die Einleitung

ritterObwohl die Herren von Schwabach vor allem in der Grafschaft Solms eine erhebliche Rolle gespielt haben, ist die Geschichte dieses uradeligen Geschlechtes bedauerlicherweise in der Region kaum bekannt. Es gibt keine nennenswerten zusammenfassenden Untersuchungen über die Familie. Die Zeugnisse über die Familie sind über zahlreiche Urkundenbücher sowie Archive zerstreut.

Mit diesem Projekt soll in erster Linie ein Versuch unternommen werden, einen Querschnitt durch die Geschichte der Familie zu bilden und die bedeutendsten Ereignisse im Laufe der Jahrhunderte darzustellen.

Die Familie von Schwabach gen. Schwabecher, benannt nach dem Dorf Schwabach (heute: Schwobacher Hof, Gemeinde Waldsolms, Lahn-Dill-Kreis, Hessen), ist ihrem Ursprung nach ein uradliges wetterau-nassauisches Geschlecht und erscheint zum ersten Mal mit dem Mainzer Ministerialen und Burgmannen auf der Burg Scharfenstein Eberwinus de Suabach am 22. September 1227 in Mainz.

Burg Gleiberg

Burg Gleiberg (by Cherubino)

In der Zeit zwischen 1227 und 1300 bleibt die Familie hauptsächlich im Weilburger Raum und erscheint erst seit 1300 verstärkt in der Grafschaft Solms. Bis 1574 standen die Mitglieder der Familie in Diensten der Grafen von Nassau, von Diez-Weilnau, von Solms, von Hanau sowie der Herren von Merenberg und von Eppstein. Sie stellten die Burgmannschaft auf den Burgen Scharfenstein, Weilburg, Alt-Weilnau, Braunfels, Idstein, Cleeberg sowie Gleiberg und Kalsmuth. Mehrere Mitglieder der Familie waren Bürger der Städte Wetzlar und Frankfurt, Nonnen und Äbtissinnen in den verschiedenen nassauischen Klöstern, sowie Mitglieder der Frankfurter adeligen Gesellschaft “Zum Laderam” und der Patriziergesellschaft „Zum Frauenstein“. Die Familie verfügte jahrhundertelang über die Kirchenpatronate in Schwabach, Kröffelbach und Groß-Rechtenbach. Nachdem die Herren von Schwabach die „Quembacher Fehde“, die 40 Jahre lang gedauert hat, verloren haben, erlebte die Familie einen rasanten sozialen und wirtschaftlichen Abstieg.

Burg Cleeberg

Burg Cleeberg (by Johannes Robalotoff (photographer))

Der Schwobacher Hof, ein Rittergut in der Grafschaft Solms, blieb als Stammsitz der Familie bis in das Jahr 1518 im Familienbesitz. Nach dem Tode Philipps von Schwabach (1485-gest. 1511) im Jahre 1511, hat sein jüngerer Bruder Melchior von Schwabach (1527) das Familienerbe nicht angetreten. Fast der gesamte Besitz der Familie wurde 1511 von Philipp von Schönborn, der mit Philipps Tochter Elisabeth von Schwabach verheiratet war, vererbt. 1518 wurde Schwobacher Hof vom Grafen Eberhard von Eppstein-Königstein an die Grafen von Solms für 700 Gulden verkauft.

Burg Altweilnau

Burg Alt-Weilnau (by Johannes Robalotoff (photographer))

Melchiors Sohn Johann von Schwabach gen. Schwabecher zu Brandoberndorf (1543-1589), ein Gutsbesitzer in Langgöns, ist in männlicher Linie der direkte Vorfahre aller heute lebenden Mitglieder der Familie.

Die Nachkommen Johanns von Schwabach gen. Schwabecher lebten im nassauischen Brandoberndorf sowie im solmsischen Griedelbach und wanderten im Jahre 1764 nach Russland an die Wolga aus, wo sie im Dorf Näb bis 1941 lebte. Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die gesamte Familie nach Sibirien und Zentralasien deportiert. In den 20er und 90er Jahren des 20. Jh. kehrte fast die gesamte Familie nach Deutschland zurück. Ein anderer Zweig der Familie wanderte 1911 in die USA aus, wo deren Nachkommen heute noch leben. Ein weiterer Zweig lebt weiterhin in Russland.