Die Einleitung

Willkommen zur Internetpräsenz unserer Familie!

Vor 20 Jahren haben wir angefangen, die Zeugnisse über unsere Familie, die über zahlreiche Urkundenbücher, Archive und Länder zerstreut waren, zu recherchieren und zusammen zu tragen. Seitdem ist eine umfangreiche Sammlung von fast 1000 Urkunden und Schriftstücken entstanden, die in den letzten Jahren systematisch analysiert und ausgewertet wurde. Mit den noch lebenden Zeitzeugen wurden Interviews geführt. Ein zusammenfassendes Ergebnis dieser Recherchen, eine grobe Übersicht, eine Art Querschnitt durch die Familiengeschichte, finden Sie auf diesen Seiten.

Sollen Sie weitere Informationen, Dokumente und Fotos haben, die zur Vervollständigung der Geschichte unserer Familie führen, so bitten wir herzlich um eine Kontaktaufnahme! Wir erstellen und pflegen ein zentrales Familienarchiv. 

Die Familie von Schwabach gen. Schwabecher, benannt nach dem Dorf Schwabach (heute: Schwobacher Hof, Gemeinde Waldsolms, Lahn-Dill-Kreis, Hessen), ist ihrem Ursprung nach ein uradliges wetterau-nassauisches Geschlecht und erscheint zum ersten Mal unter diesem Namen am 22. September 1227 mit dem Mainzer Ministeriale und Burgmann auf der Burg Scharfenstein Erwin von Schwabach.

Seit 1227 werden mehrere Schreibweisen des Familienamens zum Teil gleichzeitig verwendet. Neben dem klassischen von Schwabach/von Schwobach schreiben sich die Familienmitglieder auch als de Suapach, von Swabach, von Swapbach, von Swobach, von Schwappach, genannt von Schwabach, genannt Schwabecher etc. Seit der Mitte des 15. Jh. erscheint der Familienname öfters ohne die Präposition „von“ oder mit der Ableitung auf –er, also Schwa(o)bach oder Schwa(o)becher. Auch hier variieren die Schreibweisen: Schwabe(ä/a)cher, Schwobe(ä/a)cher. Nach der Auswanderung der Familie im Jahre 1766 nach Russland etablierte sich der Familienname Schwabecher.

Die Familie war bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts im Besitz der reichsunmittelbaren Herrschaft, die mit Grafenrechten ausgestattet war, „Quembacher Gericht“. Miteigentümer des Reichsgerichtes war die bedeutende Reichsministerialenfamilie von Hagen-Münzenberg, die über weitere, unmittelbar am Quembacher Gericht grenzende Reichsgerichte verfügt hat und in direkter Nachbarschaft beheimatet war. Beide Familien führen auch das gleiche Stammwappen, bestehend aus einem quergeteilten rot-goldenen Schild. Gemeinsamer Besitz im bedeutenden reichsunmittelbaren Gericht und ein gleiches Stammwappen führen nach einer umfassenden Analyse der Quellen und Landesgeschichte zur Annahme, dass beide Familien des gleichen Stammes sein müssen.

Schwobacher Tal

Erwin von Schwabach (geb. ca. 1185 – 1227) war mit hoher Wahrscheinlichkeit der Sohn von Rupert von Hagen ((geb. 1146) 1151 -1211), Burggraf auf Burg Hagen und Enkelsohn von Konrad II. von Hagen-Arnsburg, kaiserlicher Ministeriale (1138-1152). Vermutlich im Jahre 1180 erhielt Rupert von Hagen vom Reich das Quembacher Gericht und teilte die Einkünfte daraus mit seinem Bruder Kuno I. von Münzenberg. Im südlichen Teil des Quembacher Gerichtes baute sich die Familie einen neuen Stammsitz, das Hofgut Schwabach, und nannte sich danach. Anfang des 14. Jh. verkauften die Herren von Schwabach das Quembacher Gericht an die Grafen von Solms.

Burg Gleiberg

Burg Gleiberg (by Cherubino)

Bis 1574 standen die Mitglieder der Familie in Diensten der Grafen von Nassau, von Diez-Weilnau, von Solms, von Hanau sowie der Herren von Merenberg und von Eppstein. Sie stellten die Burgmannschaft auf den Burgen Scharfenstein, Weilburg, Alt-Weilnau, Braunfels, Idstein, Saarbrücken, Cleeberg sowie Gleiberg und Kalsmuth. Mehrere Mitglieder der Familie waren Bürger der Städte Wetzlar und Frankfurt, Nonnen und Äbtissinnen in verschiedenen nassauischen Klöstern, sowie Mitglieder der Frankfurter Patriziergesellschaften „Zum Frauenstein“ und “Zum Laderam”. Die Familie verfügte jahrhundertelang über die Kirchenpatronate in Schwabach, Kröffelbach und Groß-Rechtenbach.

Burg Cleeberg

Burg Cleeberg (by Johannes Robalotoff (photographer))

Nachdem die Herren von Schwabach die „Quembacher Fehde“, die 40 Jahre lang gedauert hat, verloren haben, erlebte die Familie einen schnellen sozialen und wirtschaftlichen Abstieg. Der Schwobacher Hof, ein Hofgut in der Grafschaft Solms, blieb als Stammsitz der Familie bis in das Jahr 1518 im Familienbesitz. Nach dem Tode Philipps von Schwabach (1485-1511) im Jahre 1511, hat sein jüngerer Bruder Melchior Schwabach (1509-1527) das Familienerbe nicht angetreten. Fast der gesamte Besitz der Familie wurde an Philipp von Schönborn, der mit Philipps Tochter Elisabeth von Schwabach verheiratet war, vererbt. 1518 wurde der Schwobacher Hof vom Grafen Eberhard von Eppstein-Königstein an die Grafen von Solms für 700 Gulden verkauft.

Burg Altweilnau

Burg Alt-Weilnau (by Johannes Robalotoff)

Melchiors Sohn Johann (Henne) von Schwabach zu Brandoberndorf (1543-1589), ein Besitzer des Wetzlarer Stiftshofes in Langgöns, ist in männlicher Linie direkter Vorfahre aller heute lebender Mitglieder der Familie.

Die Söhne und Nachkommen Johanns (Henne) von Schwabach lebten als Bauern im nassauischen Brandoberndorf sowie im solmsischen Griedelbach und wanderten im Jahre 1766 nach Russland an die Wolga aus, wo sie im Dorf Näb bis 1941 gelebt und Landwirtschaft betrieben haben. Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die gesamte Familie enteignet und nach Sibirien und Zentralasien deportiert. In den 20er und 90er Jahren des 20. Jh. kehrten mehrere  Zweige der Familie nach Deutschland zurück. Ein Zweig der Familie wanderte 1911 in die USA aus, wo deren Nachkommen noch heute in Kalifornien leben. Einige Zweige leben weiterhin in Russland.