Das Wappen

wappen Darmstadt

Es ist kein Epitaph mit dem Wappen der Herren von Schwabach, kein Bild in einer der Patronatskirchen erhalten geblieben, nur zahlreiche Siegeln sowie zwei schriftliche Quellen in denen unterschiedliche Farbenkonstellationen überliefert sind.

wappen BraunfelsZum ersten Mal beschreibt Hellwich in seinem „Opus genealogicum…“ den Epitaph des Bernhard von Wallbrunn (gest. 1533) und seiner Ehefrau Jutta, geb. Riedesel von Camberg (gest. 1536). Das achte Wappen, der Großeltern von Jutta, ist das Schwabacher Wappen: von Silber und Rot geteilt. Der Helmzier besteht aus einem Helm mit zwei Büffelhörnern, die ebenfalls von Silber und Rot geteilt sind.

Die Großeltern von Jutta sind urkundlich nachweisbar. Es ist Johann von Schwabach (erw. 1420-1454) und seine Frau Martha Blick von Lichtenberg, deren Tochter Eva mit Gilbrecht Riedesel von Camberg (erw. 1432-1477) verheiratet war. Johann von Schwabach bildete eine Seitenlinie, denn das Stammwappen der Herren von Schwabach sah anders aus.

Stammwappen von Schwabach gen. Schwabecher nur SchildIn der Fürstlichen Rentkammer im Schloss Braunfels wird ein altes Wappenbuch „Wappen der Vasallen der Grafen von Solms“ aufbewahrt. Dort werden farbliche Schilder der Solmser Lehensfamilien abgebildet, unter anderem derer von Schwabach: es ist ein von Rot und Gold geteilter Schild.

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Siegel des Johanns von Schwabach gen. Aneselo, 1389

Die Mitglieder der Familie erscheinen zum ersten Mal bereits Anfang des 14. Jh. in Begleitung der Grafen von Solms als deren Lehnsleute und bleiben als solche bis Mitte des 15.Jh..

Das Stammwappen bildet ein von Rot und Gold geteiltes Schild. Die Teilungslinie ist oft so hoch gezogen, dass man das Wappen als goldenes Schild mit rotem Schildhaupt blasoniert. Auf dem Helm befindet sich mit rot-goldener Decke eine Adelskrone und zwei von Rot und Gold geteilte Büffelhörner.

Das Wappen erscheint zum ersten Mal als Siegel Erwins von Schwabach gen. Obenloch im Jahre 1316. Im Laufe der Geschichte wurden an dem Wappen nur zwei Veränderungen vorgenommen, die sich allerdings nicht durchsetzen konnten. Im 14. Jh. verwendeten die Gebrüder Kraft von Schwabach gen. Sadilbaum und Johann von Schwabach gen. Aneselo eine Pflanze zwischen den beiden Büffelhörnern. Anfang des 15. Jh. nutzte Friedrich von Schwabach im geteilten Schild einen nach rechts gewendeten Löwen (wahrscheinlich Nassauer Löwe).

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Siegel des Krafts von Schwabach d. J. gen. zur Alten Waagen (erw. 1387-1436)

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Siegel des Krafts von Schwabach gen. zur Alten Waagen (erw. 1450-1484)

Eine interessante Entwicklung hat das Wappen in der Frankfurter Linie der Herren von Schwabach genommen. Wenn der Siegel des Krafts von Schwabach d. J. gen. zur Alten Waagen (erw. 1387-1436), Bürger zu Frankfurt, noch einen geteilten Schild darstellt, so wird der Schild seines Sohnes Kraft von Schwabach gen. zur Alten Waagen (erw. 1450-1484) von einem Balken geteilt.  Noch 1536 zeigt der Siegel des Grävenwiesbacher Schultheißen Erwin von Schwabach einen von einem Balken geteilten Schild. Die Farben sind leider nicht überliefert.

Wappen Unbenannt

Siegel des Erwins von Schwabach, Schultheiß von Grävenwiesbach, 1536

In diesem Zusammenhang soll auf einen sehr bemerkenswerten Irrtum eingegangen werden. Die Frankfurter Krafts von Schwabach, Vater und der Sohn, waren Mitglieder in der Frankfurter Patriziergesellschaft „Zum Frauenstein“. Im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte befindet sich ein Frauensteiner Wappenbuch, wo auch das Wappen derer von Schwabach abgebildet sein soll. In der Tat steht dort der Name Kraft von Schwobach mit der Jahreszahl 1460, doch es ist das falsche Wappen. Es handelt sich um das Wappen der süddeutschen Beamtenfamilie von Schwabach, die im gleichen Zeitraum in Frankfurt gelebt hat. Der Vergleich mit den Originalsiegeln hat es bestätigt.

Wappen FrauensteinVergleicht man die Siegel, so kann man im Laufe der Jahrhunderte eine bestimmte Entwicklung feststellen. Die Teilungslinie der früheren Siegel ist oft so hoch gezogen, dass man von einem Schild mit einem Schildhaupt sprechen kann. Im Laufe der Jahrhunderte rutschte die Trennlinie immer tiefer und wurde zur gleichmäßigen Teilung.